Darmstadt-Marathon 2009 - News
120 Schnupperläufer auf dem Kurs des Darmstadt-Marathon
Damit hatte selbst Marathonchef Wilfried Raatz nicht gerechnet! Der als Schnupperlauf angekündigte Trainingslauf in mehreren Laufgruppen erwies sich am Samstag (15. August) als absoluter Renner im Vorfeld des Darmstadt- Marathon: 120 Läuferinnen und Läufer machten sich auf den Weg zum schweißtreibenden Testlauf auf der runderneuerten Strecke vom neuen Marathonzentrum Bürgerpark Nord aus.
Gleichgültig ob in Veranstaltungs-Shirts, eingesammelt bei Events quer durch die Republik, oder im schmucken Renndress, mit oder ohne Getränkeflaschengurt, alle Läufer waren gespannt auf die neue Schleife quer durch den Ostwald und den Innenstadtkurs. Unter der Führung der Tempo geschulten Karin Risch, Wolfram Marx, Robert Schaffranek, Markus Kessler und Wilfried Raatz ging es endlich los an der Oettinger Villa, direkt an der bereits markierten Startlinie für Marathonläufer, Halbmarathonläufer und Staffel-Marathonläufer. Die neugierigen Darmstadt-Marathon-Starter waren entsprechend ihren Wünschen schnell in vier Gruppen für 5:00-, 5:30-, 6:00- und 6:30-Minutenschnitt pro Kilometer aufgeteilt. Die größte Gruppe fand sich beim Chef und „Streckenkonstrukteur“ Wilfried Raatz ein, der sich für die 6:30er Gruppe entschieden hatte.
Schon in der ersten (zugegeben: gut belaufbaren) Steigung im Schwarzen Weg und in der Flotowstraße zog sich die große Läuferschar durch das noch verschlafen wirkende Komponistenviertel mächtig auseinander. Die frische Kühle auf den schattigen Strecken entlang der Dieburger Straße oder auf den Naturwegen im Ostwald im ansonsten schon auf 25° erhitzen Darmstadt genossen alle Läufer. Dennoch kam schon am Jagdschloss Kranichstein das erste Durstgefühl auf, doch sollte die Verpflegungsstelle an der Aschaffenburger Straße noch einige Kilometern weiter liegen. Also Durchhalten hieß die Parole für die sichtlich geschwitzen LäuferInnen.
Des Öfteren auf die Tempobremse treten, das mussten die Führläufer beim Schnupperlauf auf der insgesamt 21 km langen Schleife, exakt einer Runde beim Darmstadt-Marathon. Schließlich ging es nicht darum, die vermeindliche Konkurrenz schon drei Wochen vor dem großen Laufspektakel aus dem Feld zu schlagen, sondern in einer Art „Gemeinschaftserlebnis“ die Strecke zu erkunden. „Das hat so viel Spaß gemacht!“ hörten die Betreuer immer wieder ein aufrichtiges Lob. Schließlich sind viele das Alleinlaufen gewohnt, nicht aber in einer Gruppe Gleichgesinnter eine Strecke zu absolvieren. Die beiden Laufreport-Journalisten Constanze und Walter Wagner hatten sich kurzentschlossen unter die vielbeinige Läuferschar gemischt, um selbst eine entspannte Trainingseinheit zu absolvieren und um natürlich erste Impressionen mit der Kamera zu schießen.
Das romantisch gelegene Bernhardsbrünnchen am Rande der Scheftheimer Wiesen war schnell erreicht, doch der Anlauf über die Bernhardsackerschneise zur 10 km-Marke mit der angekündigten Wasserstelle wurde lang und länger, zumal von allen LäuferInnen sehnsüchtig erwartet. Die Organisatoren der Veranstalter-Agentur wus-media hatten mit Elektrolytgetränken, Wasser und einigen Müsliriegel die richtige Wahl getroffen, denn nahezu jeder „verpflegte“ sich für den weiteren Weg in Richtung Oberfeld und letztlich durch die Innenstadt.
Das nach biologischen Regeln bewirtschaftete Oberfeld wurde für viele LäuferInnen allerdings zur Nagelprobe, schließlich „stand“ die Hitze auf den beiden Streckenkilometern. Wohltuend der Schatten entlang der Oppermannswiesenschneise zum Oberwaldhaus und zu den Hirschköpfen. Sightseeing pur haben die Streckenarchitekten des Darmstadt-Marathon versprochen und sie haben alles gehalten: Löwentor, die Mathildenhöhe mit Ernst-Ludwig-Haus, Jugendstilvillen wie das Peter-Behrens-Haus, Russischer Kapelle, und dem Hochzeitsturm, Darmstadtium, Schloss, Karolinenplatz mit dem Landesmuseum und dem Staatsarchiv, der herrliche Herrngarten mit dem Porzellanschlösschen. Dies alles im Minutentakt! Man muss nur gut zu Fuß sein, und das waren zweifellos alle Teilnehmer dieses samstäglichen Schnupperlaufes.
Endlich - das Ziel ist erreicht! Für die Zug- und Bremsläufer Karin, Wolfram, Robert, Markus und Wilfried gab es dabei zumeist eine Punktlandung und den verdienten Beifall für ihre fürsorgliche Führung durch das Straßen- und Wegelabyrinth, das sich am 6. September sicherlich bestens abgesperrt und präpariert präsentieren wird. Das „Marathontor“ im Leichtathletik-Stadion blieb den 120 Schnupperläufern diesmal noch versperrt, am ersten September-Wochenende wird es allerdings sperrangelweit die zu erwartenden 3000 Läufer aller Wettbewerbe herzlich begrüßen.