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22.06.2010


Leah Malot verpasste fünften Sieg als Zweite um nur zwei Sekunden

Darmstädter Stadtlauf erneut im Zeichen der kenianischen Läufer – Caroline Chepkwony und Daniel Chebii triumphierten beim zweitältesten deutschen Stadtlauf - Starke Kerstin Straub im Frauenlauf – Riesenandrang beim Nachwuchs – Spagat in Darmstadt mit DLV-BewegungsCamp und Stadtlauf prächtig gelungen


Darmstadt darf sich inmitten des WM-Fußball-Fiebers zumindest für einen Tag die sportlichste Stadt Deutschlands nennen. Morgens tummelten sich über 800 Schüler aus Darmstadt und des näheren Umkreises beim DLV- BewegungsCamp auf dem Luisenplatz und übernahmen mit engagiertem Einsatz nach drei Austragungen die Führung im sechs Veranstaltungen umfassenden Wettbewerb um die sportlichste Stadt, abends tummelten sich 1700 Läufer aller Altersklassen und Leistungskategorien auf dem Innenstadt-Rundkurs bei der 33. Auflage des Darmstädter Stadtlaufes. Und die Tagesschnellsten kommen einmal mehr aus Kenia: In durchweg spannenden Entscheidungen setzte sich Caroline Chepkwoni mit zwei Sekunden gegen die viermalige Darmstadt-Siegerin Leah Malot durch, während bei den Männern Daniel Chebii mit gleichem Vorsprung gegen den Äthiopier Bane Tola durchsetzen konnte.


„Beste Werbung für die Leichtathletik“
„Darmstadt hat den Spagat mit dem DLV-BewegungsCamp und dem Stadtlauf glänzend bestanden“, ist sich Stadtlaufchef und zugleich zweiten ASC-Vorsitzenden Wilfried Raatz nach einem turbulenten Tag sicher, „eine bessere Werbung lässt sich für die Leichtathletik nicht machen! Wir konnten zusammen mit dem DLV mit Sprint, Lauf, Sprung und Wurf alle Facetten der olympischen Kernsportart auf engstem Raum präsentieren – und praktisch einen Tag lang die Stadt in Bewegung halten!“

Während sich am Morgen die Schüler an insgesamt zehn Modulen mit Geschick, Talent und Freude an der Bewegung austoben durften, stürmten bei sommerlichen Temperaturen in den Abendstunden die Ausdauersportler über den engen Stadtlauf-Parcours. Allen voran die schnellen ostafrikanischen Läufer, die einmal mehr den zweitältesten Stadtlauf Deutschlands bestimmten. Dabei verpasste Leah Malot als  viermalige Stadtlaufsiegerin nach 1997/ 1998 und 2008/ 2009 ihren fünften Sieg nur knapp. In einem spannenden Rennverlauf erwies sich die 25jährige und damit dreizehn Jahre jüngere Landsfrau Caroline Chepkwony als die etwas spurtstärkere und gewann die 5 500 m lange Elite-Strecke in 17:49 Minuten und zwei Sekunden Vorsprung vor der dreimaligen Cross-Mannschafts-Weltmeisterin. Das Nachsehen hatte dabei die Paderborner Osterlaufsiegerin Fate Tola, die noch am Sonntag in Kaiserslautern sowohl Malot als auch Chepkwony bezwingen konnte.

Aus einem siebenköpfigen Spitzenfeld spurtete bei den Männern nach 7 600 Metern Daniel Chebii in 21:54 Minuten zum knappen Sieg vor Bane Tola (Äthiopien/ 21:56) und seinen Landsleuten Hosea Tuei (21:57), Joseph Kiptum (22:01), John Mutai Kipkorir (22:12) und dem Vorjahressieger Patrick Kimeli.

Starke (Flach-)Leistung für Berglauf-Spezialistin
In den eher den Hobby- und Freizeitläufern vorbehaltenen Läufen der Männer und Frauen überzeugte vor allem die Berglauf-Vizeeuropameisterin der Junioren Kerstin Straub (SSC Hanau-Rodenbach) mit einem exzellenten Lauf über die 5 000 m lange Rundstrecke in 17:25 Minuten vor der einheimischen Alexandra Behrens (17:59) und dem einstigen Marathon-Ass Katrin Dörre-Heinig (18:10). „Ich laufe schon seit meiner Kindheit in Darmstadt – endlich habe ich einmal gewonnen!“ jubelte die 22jährige angehende Lehrerin, die in einer Woche bei den Berglauf- Europameisterschaften in Sapareva Banya (Bulgarien) die DLV-Farben vertreten wird. „Es ist einfach toll, in Darmstadt zu laufen“, freute sich nicht minder die ASC-Läuferin Alexandra Behrens, die im vergangenen Jahr vor Kerstin Straub das Rennen gewonnen hatte. „Kerstin ist in diesem Jahr wesentlich stärker, auch ich bin sogar noch 20 Sekunden schneller als im Vorjahr gelaufen“. Auch Katrin Dörre-Heinig zeigte sich als 49jährige durchaus noch konkurrenzfähig, auch wenn sie bekannte, dass die 5 km-Distanz „eher eine Sprintstrecke“ für sie war. „Ich bin das erste Mal in Darmstadt dabei, es ist einfach klasse hier!“


„Local hero“ Michael Obst gewinnt an der Stätte seines einstigen Laufdebüts
m Männerrennen dominierte der Marokkaner Saba Hassan (im Trikot von Langlauf Jugenheim) mit 15:09 Minuten vor dem Ehemann der im Frauen-Eliterennen startenden Ungarin Andrea Szederkenyi-Takacs, Maté (15:29) und dem Treburer Manuel Ruhland. Hinter dem früheren TUD-Studenten Simon Bertsch folgten mit dem Weiterstädter Marko Arthofer und dem aus Beerfelden stammenden Jürgen Reiser allesamt „local heroes“.

Bei den Mastersläufern triumphierte der hessische Halbmarathonmeister Michael Obst im Trikot des TuS Griesheim in 16:30 Minuten vor Martin Müller aus dem oberhessischen Hünfeld (16:39). „Es ist als Darmstädter eine Ehre, beim Stadtlauf zu gewinnen. Das war 1993 mein allererster Volkslauf!“

Eine kleine Auszeit im Organisationsstress durften sich unter anderem Christiane Brand und Markus Kessler nehmen, die ansonsten an Schlüsselstellen der Veranstaltung im Einsatz waren und für eine halbe Stunde als aktive Starter den Stadtlauf auch von der anderen Seite auf dem Prüfstand sehen wollten.


Große Begeisterung beim Laufnachwuchs
Riesenandrang bei den Schülern, die mit viel Freude und Ausdauer durch die Innenstadt stürmten. Beim Entega- Bambini-Lauf zeigte der Beerfelder Emmanuel Trautmann in einem souveränen Rennen sein Talent und gewann vor den beiden ASC-Schülern Fritz Oestreicher und Arno Lange. Schnellstes Mädchen war Saskia Schröter auf Rang neun des Gesamteinlaufes der exakt 201 Bambinis im Ziel. Bei den beiden Merck-Schüler-Challenge- Wettbewerben setzten sich unter insgesamt 360 (!) Schülern bei den älteren Jahrgängen Julian Braunwarth von der Goetheschule Dieburg vor Lukas Reiter (ASC) und Moritz Luc Hofmann (TuS Griesheim) und Katrin Hoch (Eintracht Frankfurt) vor Elisa Daum (TSV Erbach) und Katharina Zöller (TuS Griesheim) bzw. bei den jüngeren Jahrgängen Walid Arjoun von der Erich-Kästner-Schule vor Thoufik Elaazaoui (Grün-Weiß Darmstadt) und Leon Günther (TuS Griesheim) bzw. Selina Kreuzer von der Martin-Buber-Schule Groß-Gerau vor Sabrina Raudies (SSC Hanau- Rodernbach)  und Lisa Tertsch (StartNet Team DSW 1912) durch.

„Es ist begeisternd, mit welchem Eifer die Schülerinnen und Schüler in die einzelnen Rennen gegangen sind. Hoffentlich können wir mit derartigen Veranstaltungen viele junge am Laufen interessierte Kinder bei der Stange halten!“ denkt Stadtlauf-Chef Wilfried Raatz hier in erster Linie als Lauftrainer beim ASC Darmstadt an die künftigen Laufgenerationen.


Team-Laufen wird immer beliebter
Starken Zuspruch konnten die aus jeweils fünf LäuferInnen bestehenden Team-Wertungen verzeichnen. Zahlreiche Firmen aus Darmstadt und der Umgebung haben sich mit ihren Mitarbeitern sportlich präsentiert, sicherlich eine ideale Gelegenheit zum „Team building“. Die Siegerteams der Kategorien Sparkassen Men’s Challenge, Nike- Masters-Challenge und Echo Women’s Challenge dürfen natürlich beim einstigen Initianten des Darmstädter Stadtlaufs, dem Ristorante da Franco, Pizza essen.


Helferfete erstmals im Schlossgarten
Nach einem langen Arbeitstag für die Leichtathletik durften die Stadtlauf-Verantwortlichen überaus zufrieden sein. „Die Doppelveranstaltung hat reibungslos geklappt, trotz teilweise atemberaubender Enge. Unser Dank gilt natürlich den vielen Helfern, die sich über Stunden hinweg am Vormittag und am Nachmittag bzw. Abend als Mitarbeiter vor oder hinter den Kulissen für das Gelingen dieser Großveranstaltung eingesetzt haben. Das war schon klasse!“ Das Dankeschön für die Helfer folgt dann bereits am kommenden Dienstag im Schlossgarten auf der Schloss-Bastion in Form von Pasta und Getränken. „DAbei sein ist alles“, so lautet nicht nur das Motto des 33. Stadtlaufes, sondern dürfte auch in den nächsten Tagen beim Sport und in der Freizeit oftmals gesehen werden, denn das attraktive Nike-Shirt werden viele mit Stolz vorzeigen…..



  
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